Neuer DAC - Meitner MA3 zum Probehören

High End
Dies ist eine täuschend echt aussehende High-End-Quelle, die - aufgrund der Herkunft des Firmengründers - ernsthaftes audiophiles Ansehen beansprucht. Dennoch handelt es sich nicht um ein Nischenprodukt, das nur für einige wenige Puristen gedacht ist. Seine "verlustfreie" Lautstärkeregelung macht ihn zu einem digitalen Vorverstärker, und es gibt Streaming-Funktionen und eine Auswahl an Bedienelementen an der Vorderseite, eine Fernbedienung oder eine App.
Neben PCM mit Unterstützung für MQA bietet er auch DSD128- und DXD-Konvertierung über USB und Netzwerk-Streaming. Letzteres ermöglicht den Anschluss an hochauflösende Streaming-Dienste wie Tidal und Qobuz sowie die Unterstützung beliebter Musikdienste wie Spotify, Deezer und vTuner, sofern Sie sich angemeldet haben. Der MA3 ist außerdem Roon Ready. Zusätzlich zu den zahlreichen digitalen Eingängen und Anschlüssen gibt es sowohl symmetrische als auch unsymmetrische analoge Ausgänge über XLR- bzw. Cinch-Buchsen.

Hier wird von jeder digitalen "Geschmacksrichtung" eine angeboten - AES/EBU, koaxial, optisch, USB-B für den Computeranschluss, USB-A für ein externes Laufwerk/Gerät und kabelgebundenes Ethernet. Analoge Ausgänge werden über symmetrische XLR- und unsymmetrische Cinch-Anschlüsse angeboten.

Maßgeschneidert ist hier das entscheidende Wort, mit dem sich der MA3 von der Masse abhebt. Er ist mit den vollständig diskreten Ein-Bit-MDAC2-Wandlern des Markengründers und CEO Ed Meitner ausgestattet, die über einen speziellen Upsampling-/Digitalfilter-Code gesteuert werden, der auf dem MDAT2-DSP läuft. Ed Meitner leitete das Entwicklungsteam für das MA3-Projekt - eine Weiterentwicklung der bewährten Meitner-Technologien, die nun von einer verbesserten Verarbeitungsleistung profitieren - und arbeitete mit Mariusz Pawlicki zusammen, der für den adaptiven MDAT2-Filtercode verantwortlich war.


Maßgeschneidert
Es ist erwähnenswert, dass der MA3 weit davon entfernt ist, das Spitzenprodukt des Unternehmens zu sein. Er liegt zwischen dem MA-1 V2 und dem EMM Labs DAC2X V2. Anscheinend hat die Entwicklung zwei Jahre gedauert - man bedenke, dass es sich hier nicht um DAC-Lösungen von TI, ESS oder AKM usw. handelt, sondern um einen maßgeschneiderten DAC- und digitalen Filtercode, der über einen FPGA ausgeführt wird, wie bei dCS, Chord Electronics, MSB und anderen progressiven Herstellern.

In der Zwischenzeit wurde ein Nexel-Chip für die Netzwerk-Musikwiedergabe eingekauft, obwohl seine Implementierung, wie zu erwarten, sorgfältig angepasst wurde. Laut Ed Meitner spielen die firmeneigene asynchrone MFAST2-Technologie zur Jittervermeidung und der eigens entwickelte MCLK2-Takt eine wichtige Rolle, um das Beste aus der Streaming-Plattform und den diskreten DAC-Elementen selbst herauszuholen. Darüber hinaus wurde ein speziell entwickeltes Schaltnetzteil gewählt, um das Rauschen aller digitalen Quellen weiter zu reduzieren.

Gut vernetzt
Im täglichen Gebrauch unterscheidet sich der MA3 nicht sonderlich von einer Reihe von Streaming-DACs von dCS, Auralic und anderen, obwohl er keine eigene App hat, sondern die generische mConnect Control verwendet. Diese ist sehr angenehm zu bedienen, schnell und stabil in der Anwendung und ein Kinderspiel, den Meitner DAC anzuschließen. Tatsächlich dauerte es nur wenige Sekunden, um mein Qobuz-Konto hinzuzufügen, obwohl viele einfach Roon verwenden werden.
Der große Lautstärkeregler in Verbindung mit einem ausgezeichneten, informativen und scharfen Display macht die Bedienung des Geräts zu einem Vergnügen - obwohl ich von den Touch-Bedienelementen für die Quellenumschaltung weniger überzeugt bin, da sie wenig zur Benutzererfahrung beitragen. In dieser Hinsicht ist der ähnlich teure dCS Bartok wohl angenehmer zu bedienen und wirkt auf jeden Fall robuster in der Verarbeitung. Während das Gehäuse und die Blende des MA3 etwas weniger exotisch erscheinen als die Technologie im Inneren, wird das Paket zumindest teilweise durch die schöne Fernbedienung mit Aluminiumgehäuse aufgewogen.
Aber natürlich ist es der Klang, auf den es wirklich ankommt, und hier ist der MA3 zweifelsohne ein Spitzenprodukt. Er zeigt die für Meitner charakteristische angenehme Präsentation, d. h. eine weiträumige Klangbühne, einen natürlichen Ton und eine terrierartige Beherrschung von Rhythmus und Dynamik. Diese digitale Quelle klingt nie bearbeitet oder gekünstelt, sondern lässt die Musik so fließen, wie sie soll.

Lassen Sie sich vom MA3 verzaubern.

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